2021-03-08. MALHEUR #223.

Wir erinnern uns:

»Unsere Betriebsprozesse entsprechen dabei höchsten Qualitätsstandards und sind darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung beim Empfänger auszuliefern.«

So wirbt die Post.

Ich bin offensichtlich Agent 007, denn ich treffe mit fast jedem Brief die Wahrscheinlichkeit von p=0,07 oder sogar sogar eine Potenz beliebig hoher Exponenten daraus. Die 93%ige Wahrscheinlichkeit erwische ich nur mit einem Glück in Höhe von etwa 5%.

Ich habe mal wieder einen Brief am nachvollziehbar zweiten Werktag bekommen.

Bieten Post/DHL Lotto an? Ich sollte spielen.

2021-02-24. MALHEUR #220 und #222.

»An jedem Werktag stellen wir als Post für Deutschland rund 59 Millionen Briefsendungen bundesweit zu. Unsere Betriebsprozesse entsprechen dabei höchsten Qualitätsstandards und sind darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung beim Empfänger auszuliefern. Voraussetzung für diese schnelle Laufzeit ist, dass uns die Sendungen vor Annahmeschluss der Filiale oder der letzten Briefkastenleerung erreichen.

Die Ergebnisse aus der TÜV-zertifizierten Brieflaufzeitenstudie, die durch ein unabhängiges Messinstitut erhoben werden, belegen das hohe Qualitätsniveau.«

[Quelle: deutschepost.de]

Na, dann rechnen wir mal wieder.

Wenn 93% am darauffolgenden Werktag zugestellt werden, brauchen nur 7% länger als das. Von diesen 7% brauchen hypothetisch in meinem Gedankenexperiment abermals 7% nochmals länger. Und davon wiederum 7% noch länger, wenn man das beispielhaft so weiterrechnet.

Aus 100 gegebenen nationalen Briefen also warte ich offensichtlich auf das, was – die Angaben des TÜV weitergerechnet: 100×0,07×0,07 – nur 0,49% dieser Briefe passiert. Ich warte ich auf zwei solcher Raritäten: eine, die am heutigen zweiten Werktag noch nicht ankam, und auf eine weitere, die an ihrem heutigen ersten Werktag noch nicht ankam. Ich habe also das Glück, 0,49% und 7% an nur einem einzigen Tag zu erwischen.

Ich habe an seinem mit p=0,000343 eher unwahrscheinlichen dritten Werktag den zweiten dieser beiden Briefe bekommen. 7% von 7% von 7% = 0,0343%.

Ich sollte vielleicht Lotto spielen.

2021-01-04. MALHEUR #216.

Heute zu sehen:
Heute, am zweiunddreißigsten Kalendertag, habe ich den ersten Versandversuch doch noch bekommen. Ich war im Hirn nicht schnell genug, die Annahme zu verweigern, um Kosten zu vermeiden, und bot dem Verkäufer an, es auf meine Kosten zurückzusenden – dann haben wir aus dieser DHL-Scheiße zumindest beide die selben unnötig aufgebrachten Kosten, statt daß er beide der dank DHL unnötigen zusätzlichen Portos bezahle. Er sagt, ich solle das zweite Album jemandem schenken, der die Musik auch möge! Ich bin verblüfft. Nun hat die Scheiße der DHL für den Absender als Kosten in Höhe einer vollständigen neuen Doppel-LP samt Verpackungsmaterial und eines zusätzlichen Versandes verursacht. Ich weiß gar nicht, wo ich noch hinkotzen soll.

Was bisher geschah:
In Holland klappt es auch nicht so gut. An seinem vierundzwanzigsten Kalendertag in Händen der DHL wurde dort mein Paket für den Weitertransport abwechselnd sortiert und bearbeitet bzw. war es den dann fünfzehnten Tag »in transit«, wenn man auf die englische Ansicht wechselte. Die holländische Ansicht sprach derzeit auch am vierundzwanzigsten Kalendertag immernoch von »sorteren«. Anscheinend sortierte inzwischen ein holländischer Plattensammler, der bei der DHL arbeite, diese Doppel-LP in sein Regal und habe das Paket ›verloren‹, dachten der Absender und ich. Der Absender schrieb, derzeit mehrere solcher Sendungsverfolgungen zu haben. Klingt ja fast wie ein Sammler. Sollte sich weiterhin nichts tun, werde er diese Platte für mich erneut lossenden. Wenn es dazu kommt, hoffe ich, daß derjenige Schadensersatz geltend machen kann. Produkthaftung bei der DHL ist ja nicht so.

Der Absender hat mir die Doppel-LP neu losgesandt, mit einem anderen Versanddienstleister, der ›Post NL‹, und innerhalb von nur zwei oder drei Tagen hatte ich das Album hier.

Mein Gott. Ich kann irgendie kaum glauben, daß der Absender all diese Verluste von dieser Drecksfirma DHL ersetzt bekommt. Er ist da ganz optmistisch. Ich drücke die Daumen.

»i did got a mail from someone from Valencia that his package arrived ‘robbed’ – literally, he only received the shippingbox without the 3 vinyl inside (stolen). crazy… it happens sometimes, but from my experience with sending over 100 vinyl a month, happily, it doesn’t happen too often.«

›not too often‹ ist sehr freundlich. EVERY TIME is one time too much.

2020-10-13. MALHEUR #212.

Die Post ist darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung zuzustellen.

Ich rechne mal wieder. Werden von den verbleibenden 7% mutmaßlich wiederum 93% an diesem nächsten Werktag zugestellt und so weiter, dann habe ich binnen rund zweier Wochen noch eine Fünfte Rarität bekommen, was nur 0,002401% aller Briefe zustößt.

2020-10-13. MALHEUR #211.

Die Post ist darauf ausgelegt, >rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung zuzustellen.

Wenn man das weiterrechnet, was ich ja gerne mache, und von den verbleibenden 7% wiederum 93% an diesem nächsten Werktag zugestellt werden und so weiter, dann habe ich binnen anderthalb Wochen noch ein Viertes solcher Sammlerstücke bekommen, was nur 0,002401% aller Briefe zustößt!

2020-10-09. MALHEUR #209.

Die Post ist darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung zuzustellen.

Wenn man das weiterrechnet, was ich ja gerne mache, und von den verbleibenden 7% wiederum 93% an diesem nächsten Werktag zugestellt werden und so weiter, habe ich heute nochmal ein derbes Sammlerstücke bekommen!

Es passsiert dann nämlich nur 0,000000118% aller Briefe, was mir heute passierte: Zustellung erst am sechsten Werktag nach Übergabe an die Post! Und ich hab neulich schon ZWEI ähnliche Raritäten bekommen, von der selben Behörde am selben Tag abgeschickt.

2020-10-09. MALHEUR #207 und #208.

Die Post ist darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung zuzustellen.

Wenn man das weiterrechnet, was ich ja gerne mache, und von den verbleibenden 7% wiederum 93% an diesem nächsten Werktag zugestellt werden und so weiter, habe ich heute zwei Sammlerstücke bekommen.

Es passsiert dann nämlich nur 0,002401% aller Briefe, was mir heute mit zweien passierte: Zustellung erst am vierten Werktag nach Übergabe an die Post! Und ich hab gleich ZWEI dieser Raritäten bekommen.

2020-10-02. MALHEUR #206.

Zustellung am heutigen Dienstag also? Ach nee. Voraussichtlich erst am vierten Werktag, am Donnerstag. Erst nach 43 Stunden der Lagerung alleine beim Zwischenstopp in Neumünster, ¹⁄₁₆ der Gesamtstrecke und nach 71 Stunden (Sonn- und Feiertag herausgerechnet) in Händen der DHL, sehe ich den ersten neuen Scan. Jetzt ist nur noch ¹⁄₆ der Strecke übrig.

Wenn ich mich nicht verzähle, hatte ich in diesem Jahr bislang VIERZEHN Malheure und nur DREI werbungsgemäß geglückte Sendungen mit der DHL. Das ist eine Erfolgsquote von nicht einmal 17,7%. Ausnahmen bestimmen die Regel? Den Fehlerquotienten von über 82,3% vergleiche ich ja gern mit Schulnoten. Ein Muttersprachdiktat in der Oberstufe fühle ich hierbei etwa analog zum ›können Sollen‹ von Zustellungen der DHL. 10% entsprechen hierin einer glatten Sechs. 82,3% entsprechen, linear gerechnet, bei den verfügbaren Schulnoten von Eins bis Sechs also einer Neunundvierzig mit sehr langem Minus.