2021-03-03. MALHEUR #222.

Das Paket war seit dem frühen Morgen des ersten Werktages schon in seiner Zielstadt, hätte also dann auch schon zugestellt werden können. Es werde aber voraussichtlich erst an seinem dritten Werktag zugestellt, hieß es in der Verfolgung.

Das ist ja merkwürdig.

Die Ankündigung war natürlich mal wieder völliger Blödsinn. Zwar wurde das Paket nun doch schon am zwoten statt am dritten Werktag als »Zugestellt an: Empfänger (orig.)« gebucht, aber die Empfängerin (orig.) ist heute überhaupt nicht in der Stadt – und der Mitbewohner hat noch nichts erzählt. »Die Unterschrift hierzu erfolgte durch den Zusteller«, also weiß ich als Absender auch nicht, ob es ein Mitbewohner war, ein Nachbar, oder ob in Wirklichkeit womöglich doch ein »Paketverlust« eingetreten sein könnte? Die Paketverfolgung ist völlig frei von jeder hilfreichen Aussage. Weshalb wird nicht der Name der empfangenden Person notiert? WESHALB?

Während ich diesen Beitrag umtexte, erfahre ich per einem Messenger von der Empfängerin, die ich fragen mußte, die wiederum ihren Mitbewohner per einem Messenger fragen mußte, daß das Paket angekommen ist. Die DHL-Sendungsverfolgung war also mal wieder völlig sinnfrei, die ich mit dem Paketporto statt Päckchen bezahlt habe.

2021-03-02. FORTUNA #95 und #96.

ZWEI PAKETE UNBESCHÄDIGT SCHON AM ZWEITEN WERKTAG ZUGESTELLT!

Ich mag es kaum glauben!

Das macht in diesem Jahr bislang schon fünf FORTUNAE, aber auch schon wieder neun MALHEURE. Aus den Schulnoten von Eins (FQ: 0%) bis Sechs (FQ: 10%) linear gerechnet bekommen Post und DHL aufgrund des FQ von 64,29% in diesem jungen Jahr die Zensur einer Neununddreißig plus.

38,57 ∉ {1, …, 6}

2021-02-24. MALHEUR #220 und #222.

»An jedem Werktag stellen wir als Post für Deutschland rund 59 Millionen Briefsendungen bundesweit zu. Unsere Betriebsprozesse entsprechen dabei höchsten Qualitätsstandards und sind darauf ausgelegt, rund 93 % aller nationalen Briefsendungen bereits einen Werktag nach der Einlieferung beim Empfänger auszuliefern. Voraussetzung für diese schnelle Laufzeit ist, dass uns die Sendungen vor Annahmeschluss der Filiale oder der letzten Briefkastenleerung erreichen.

Die Ergebnisse aus der TÜV-zertifizierten Brieflaufzeitenstudie, die durch ein unabhängiges Messinstitut erhoben werden, belegen das hohe Qualitätsniveau.«

[Quelle: deutschepost.de]

Na, dann rechnen wir mal wieder.

Wenn 93% am darauffolgenden Werktag zugestellt werden, brauchen nur 7% länger als das. Von diesen 7% brauchen hypothetisch in meinem Gedankenexperiment abermals 7% nochmals länger. Und davon wiederum 7% noch länger, wenn man das beispielhaft so weiterrechnet.

Aus 100 gegebenen nationalen Briefen also warte ich offensichtlich auf das, was – die Angaben des TÜV weitergerechnet: 100×0,07×0,07 – nur 0,49% dieser Briefe passiert. Ich warte ich auf zwei solcher Raritäten: eine, die am heutigen zweiten Werktag noch nicht ankam, und auf eine weitere, die an ihrem heutigen ersten Werktag noch nicht ankam. Ich habe also das Glück, 0,49% und 7% an nur einem einzigen Tag zu erwischen.

Ich habe an seinem mit p=0,000343 eher unwahrscheinlichen dritten Werktag den zweiten dieser beiden Briefe bekommen. 7% von 7% von 7% = 0,0343%.

Ich sollte vielleicht Lotto spielen.

2021-02-24. FORTUNA #95 MALHEUR #219.

Hätte hätte Fahrradkette.

Es ist zwar schlußendlich doch innerhalb der zwei Werktage angekommen, aber ungeklingelt bei meiner Nachbarin. An meinem Smartphone sah ich, zuhause sitzend, plötzlich die Meldung einer erfolgreichen Zustellung. Ich bekam gleich Angst, denn das heiße ja, bei mir?! Aber es stand tatsächlich auch ein Name in der Verfolgung. Beim dortigen Klingeln sah ich, daß ein Zettel außen an der Tür flatterte, es hätte also jeder Hans und Franz das Paket bei der wenige Wochen neuen Nachbarin ankommen können, die ich selbst noch nicht wiedererkannt hätte.

2021-02-19. FORTUNA #94.

Schon wieder hat ein Paket, anscheinend diesmal aus Bayern, nur 28 Stunden benötigt!

An den anonym gezählten Anzahlen der Klicks auf diesen Blog sehe ich auch, daß es allgemein wohl auch gerade mal ganz okay zu laufen scheint mit der gelben Bude. Nur auffallend wenige, mutmaßlich wütende DHL-Kunden landen derzeit pro Tag hier bei mir.

Es ist jetzt die vierundneunzigste Sendung, die nachvollziehbar problemlos und der Werbung entsprechend bei mir ankam, seit ich diesen Blog führe.

Zweihundertachzehnmal hat das in der Zeit nicht geklappt. Nimmt man beim Fehlerquotienten von 10% die Schulnote ›Sechs‹, dann hat die DHL mit jedoch 69,87% eine fast glatte ›Zweiundvierzig‹ geschrieben.

2021-02-19. WARUM PROBIERST DU NICHT MAL DIE ANDEREN? HEUTE: UPS #2.

Ich habe gerade diese Email vom Absender eines Kaufes auf ebay bekommen:

»Guten Tag,

ich habe heute von UPS die Mitteilung erhalten, dass das Paket nicht zugestellt werden konnte, da der Empfänger unter der angegebenen Adresse unbekannt ist.

Ich habe die bei Ebay hinterlegten Daten angegeben:
*********
*********
***** Hamburg
Deutschland

Hier die Paket Nr. / Kontrollnr. *************

Bitte um Rückmeldung, da UPS auf Antwort wartet.

VG«

Ich wohne hier seit über 16 Jahren, meine Klingel ist so lesbar wie keine andere, meine Hausnummer ist so lesbar wie keine andere, meine Klingel funktioniert.

Unbekannt? Was stimmt mit Euch Zustellern allen denn eigentlich nicht?

Es war erneut losgeschickt worden, und so wartete ich drei Stunden mit einem Kumpel auf das Dönerholen, plötzlich war wieder nicht mehr von einer Uhrzeit, sondern von einem Datum die Rede. Ja, super!

2021-02-16. WARUM PROBIERST DU NICHT MAL DIE ANDEREN? HEUTE: DPD #16.

Heute ist der 18.2., und zwischen 15:20 und 16:20 soll ich ein Paket zugestellt bekommen. Dieses ist am zweiten Werktag im dpd-Zentrum jenseits der Elbe um 9:33 als »im Zustellfahrzeug« gescannt worden. Das ist gut.

In der Live-Verfolgung stand es um 16:14 aber immernoch am rund 11km entfernten Reiherstieg auf der anderen Elbseite statt im Zustellfahrzeug, und es lägen noch 60 Zustellungen vor meiner. Ich bin zuhause und meine Klingel funktioniert. Die Spannung steigt.

Der Chatbot duzt mich, ohne aber zu verstehen.

WER HAT DIESEN CHATBOT PROGRAMMIERT?!

Und die Liververfolgung kommt jetzt um Mitternacht.

Sieh an! Um 16:35 klingelte es an der Tür – es ist also nur das Livetracking fehlerhaft!

2021-02-02. MALHEUR #218.

Hervorgehoben

Dieser Beitrag ist oben angeheftet, unter ihm geht es chronologisch weiter.
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Päckchen: »Schnelle Lieferung (ca. 1-2 Werktage)«. Heute ist aber schon der zehnte Werktag nach dem Versand und ich habe auf ebay eine Gutschrift bekommen. Der Verkäufer bleibt auf dem Schaden sitzen.

»Sie wollen etwas versenden? Vielleicht haben Sie Glück mit uns, für nur 3,99€!

Falls nicht, ist es wieder in unserem Team gestohlen worden. Wir werden dann natürlich abstreiten, je etwas von Ihnen ausgehändigt bekommen zu haben. War ja nur ein Päckchen, das wir als »nachweislos« handhaben. Wir wissen über die vielen Diebstähle bescheid, aber wir unternehmen nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Unsere betrieblichen Strukturen fördern geradezu Diebstähle und bieten uns sogar die Möglichkeit, die Verantwortung unnachvollziehbaren Subunternehmern in die Schuhe zu schieben. Wir beschönigen sie auch schwammig zu ›Verlusten‹.

Die Bürokratie für Schadensersatz durch uns an Sie, den Kunden, übersteigt übrigens bewußt um ein Vielfaches Ihren Schaden. Sie werden deswegen nur Abwinken und sich ärgern, aber nicht weiter darum kümmern. Der Sub-Subunternehmer behält dann auch ohne jede Rechenschaft seinen unterbezahlten Job und verkauft sein Diebesgut weiter auf ebay, um überhaupt leben zu können. Aber das liegt ganz klar nicht an uns.

Stattdessen bieten wir Ihnen einfach an, höheres Porto zu zahlen. Das Porto als Paket statt Päckchen erhöht die Chance auf Zustellung! Sobald aber auch das Paket von einem Sub-Sub-Sklaven gestohlen wird, vertrösten wir Sie zunächst mit hohlen Phrasen wie »bedauerlicher Einzelfall«. Wir bewerben die von Ihnen aufzubringenden Mehrkosten höhnisch als ›Transportversicherung‹. Diese ist zwar gar nicht erforderlich, da auch in den 3,99€ gesetzlich zwingend enthalten, auf Bringschuld, Produkthaftung und Schadensersatz für bezahlte Leistung aus Vertragsverletzungen gemäß Gesetzbüchern sowie Unterschlagung von für Zustellung ausgehändigten Wertsachen scheißen wir aber komplett.

Unser durch mehr e-Commerce in den Lockdowns steigender Umsatz sowie Gewinn von bspw. +3,1% im zweiten Quartal 2020 äußert sich übrigens konträr in einer erheblich gestiegenen Zahl der Verspätungen und Diebstähle, wird also nicht an die Arbeitskräfte, die unser Produkt der Zustellung praktisch ausführen, weitergereicht.

Excellence. Seldomly Delivered.«

2021-01-04. MALHEUR #216.

Heute zu sehen:
Heute, am zweiunddreißigsten Kalendertag, habe ich den ersten Versandversuch doch noch bekommen. Ich war im Hirn nicht schnell genug, die Annahme zu verweigern, um Kosten zu vermeiden, und bot dem Verkäufer an, es auf meine Kosten zurückzusenden – dann haben wir aus dieser DHL-Scheiße zumindest beide die selben unnötig aufgebrachten Kosten, statt daß er beide der dank DHL unnötigen zusätzlichen Portos bezahle. Er sagt, ich solle das zweite Album jemandem schenken, der die Musik auch möge! Ich bin verblüfft. Nun hat die Scheiße der DHL für den Absender als Kosten in Höhe einer vollständigen neuen Doppel-LP samt Verpackungsmaterial und eines zusätzlichen Versandes verursacht. Ich weiß gar nicht, wo ich noch hinkotzen soll.

Was bisher geschah:
In Holland klappt es auch nicht so gut. An seinem vierundzwanzigsten Kalendertag in Händen der DHL wurde dort mein Paket für den Weitertransport abwechselnd sortiert und bearbeitet bzw. war es den dann fünfzehnten Tag »in transit«, wenn man auf die englische Ansicht wechselte. Die holländische Ansicht sprach derzeit auch am vierundzwanzigsten Kalendertag immernoch von »sorteren«. Anscheinend sortierte inzwischen ein holländischer Plattensammler, der bei der DHL arbeite, diese Doppel-LP in sein Regal und habe das Paket ›verloren‹, dachten der Absender und ich. Der Absender schrieb, derzeit mehrere solcher Sendungsverfolgungen zu haben. Klingt ja fast wie ein Sammler. Sollte sich weiterhin nichts tun, werde er diese Platte für mich erneut lossenden. Wenn es dazu kommt, hoffe ich, daß derjenige Schadensersatz geltend machen kann. Produkthaftung bei der DHL ist ja nicht so.

Der Absender hat mir die Doppel-LP neu losgesandt, mit einem anderen Versanddienstleister, der ›Post NL‹, und innerhalb von nur zwei oder drei Tagen hatte ich das Album hier.

Mein Gott. Ich kann irgendie kaum glauben, daß der Absender all diese Verluste von dieser Drecksfirma DHL ersetzt bekommt. Er ist da ganz optmistisch. Ich drücke die Daumen.

»i did got a mail from someone from Valencia that his package arrived ‘robbed’ – literally, he only received the shippingbox without the 3 vinyl inside (stolen). crazy… it happens sometimes, but from my experience with sending over 100 vinyl a month, happily, it doesn’t happen too often.«

›not too often‹ ist sehr freundlich. EVERY TIME is one time too much.